Türkisches Streetfood

Kumpir Rezept – Türkische gefüllte Ofenkartoffel wie am Bosporus

⏱️ 5 Min. 🍽️ Türkische Küche 👨‍🍳 Von Murat Gemici

Kumpir ist die legendäre türkische Ofenkartoffel, die in Istanbul an jeder Ecke von Ortaköy verkauft wird. Eine große, mehlig kochende Kartoffel wird knusprig gebacken, das Innere mit Butter und Kaşar-Käse zu einem cremigen Püree zerdrückt und anschließend mit einer bunten Auswahl an Toppings gefüllt. Sie ist gleichzeitig herzhaftes Streetfood, sättigende Hauptmahlzeit und Party-Highlight zum Selbstbelegen. Das Beste: Jeder stellt sich seine Kumpir genau so zusammen, wie er sie mag.

Herkunft & Geschichte

Die Kumpir hat ihren Ursprung im Istanbuler Stadtteil Ortaköy am Ufer des Bosporus, wo sich in den 1990er-Jahren eine ganze Straße von Imbissständen auf die gefüllte Ofenkartoffel spezialisierte. Das Wort „Kumpir“ leitet sich vom balkanisch-osmanischen Begriff für Kartoffel ab und verweist auf die lange Handelsgeschichte zwischen der Türkei und dem Balkan. Was als einfaches, günstiges Essen für Studenten und Spaziergänger begann, wurde schnell zum kulinarischen Wahrzeichen des Viertels – heute pilgern Touristen wie Einheimische zwischen der Ortaköy-Moschee und der Bosporus-Brücke gezielt zu den bunten Kumpir-Ständen.

In der Türkei ist Kumpir vor allem Wochenend- und Ausgehessen: Man holt sich die dampfende Kartoffel im Pappschälchen und isst sie mit Plastikgabel direkt am Wasser, oft nach einem Bummel oder am Abend. Der Reiz liegt in der Fülle an Toppings – von Oliven, Mais und Krautsalat über türkische Wurst (Sucuk), Russischen Salat und eingelegte Gurken bis zu Ketchup und Mayonnaise. Regional variiert das Angebot: In Istanbul dominiert die klassische breite Auswahl, während man an ägäischen Küstenorten gern mehr Gemüse und Oliven verwendet. Gemeinsam ist allen der cremige Butter-Käse-Kern, der die Kumpir von einer simplen Ofenkartoffel abhebt.

Zutaten (4 Portionen)

  • 4 große mehlig kochende Kartoffeln (je ca. 300 g)
  • 60 g Butter
  • 150 g Kaşar-Käse (ersatzweise junger Gouda), gerieben
  • 1 TL Salz
  • 150 g Mais aus der Dose, abgetropft
  • 150 g Erbsen-Möhren-Gemüse aus der Dose, abgetropft
  • 100 g schwarze Oliven, entsteint und halbiert
  • 150 g türkische Sucuk (Knoblauchwurst), in Scheiben
  • 2 EL eingelegte Gewürzgurken, gewürfelt
  • 4 EL Rotkraut- oder Weißkrautsalat
  • 3 EL Mayonnaise
  • 3 EL Ketchup
  • 1 Prise schwarzer Pfeffer

Zubereitung

  1. Den Backofen auf 220 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Kartoffeln gründlich waschen, mit einer Gabel rundum mehrmals einstechen und rundum leicht mit Salz einreiben.
  2. Die Kartoffeln direkt auf den Rost in die Ofenmitte legen und 60 Minuten backen, bis die Schale knusprig ist und sich das Innere weich anfühlt. Alternativ zur Zeitersparnis 8 Minuten in der Mikrowelle vorgaren, dann nur noch 25 Minuten im Ofen fertig backen.
  3. Währenddessen die Sucuk-Scheiben in einer Pfanne ohne Öl bei mittlerer Hitze 3 Minuten knusprig braten und beiseitestellen. Alle übrigen Toppings in Schälchen bereitstellen.
  4. Die heißen Kartoffeln aus dem Ofen nehmen und der Länge nach tief einschneiden, ohne sie ganz durchzuschneiden. Die Kartoffel an beiden Enden vorsichtig zusammendrücken, sodass sich der Schlitz öffnet.
  5. Sofort die Butter und den geriebenen Kaşar-Käse in die heiße Kartoffel geben. Mit einer Gabel das Innere direkt in der Schale zu einem cremigen, gleichmäßigen Püree zerdrücken und verrühren, bis Butter und Käse geschmolzen sind. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  6. Nun die Kumpir nach Wunsch belegen: Mais, Erbsen-Möhren-Gemüse, Oliven, Krautsalat, Gewürzgurken und die gebratene Sucuk auf dem Püree verteilen.
  7. Zum Abschluss Mayonnaise und Ketchup in dünnen Streifen darüber verteilen.
  8. Die Kumpir sofort heiß servieren – am besten im Pappschälchen mit Gabel, ganz wie am Bosporus.

Nährwerte (pro Portion)

  • Kalorien: 640 kcal
  • Eiweiß: 22 g
  • Fett: 34 g
  • Kohlenhydrate: 60 g

Tipps

  • Verwende unbedingt große, mehlig kochende Kartoffeln – nur sie werden innen fluffig genug, um mit Butter und Käse ein cremiges Püree zu ergeben.
  • Vegetarische Variante: Lass die Sucuk weg und ergänze stattdessen gegrillte Champignons, gewürfelte Paprika und mehr Oliven – so bleibt die Kumpir bunt und herzhaft.
  • Käse-Variante: Mische unter den Kaşar noch etwas cremigen Frischkäse oder Beyaz Peynir (türkischer Weißkäse) für einen besonders sämigen, salzigen Kern.
  • Für eine schnellere Zubereitung die Kartoffeln 8–10 Minuten in der Mikrowelle vorgaren und dann nur noch kurz im Ofen knusprig backen – spart fast eine halbe Stunde.
  • Reiche einen Klecks türkischen Joghurt oder eine Knoblauch-Joghurt-Soße dazu, das rundet die deftigen Toppings frisch ab.

Häufige Fragen

Kann ich Kumpir vorbereiten?

Die Kartoffeln kannst du vorbacken und die Toppings vorbereiten. Das Zerdrücken mit Butter und Käse sowie das Belegen sollten aber erst kurz vor dem Servieren passieren, damit der Kern schön cremig und heiß bleibt.

Welche Kartoffelsorte eignet sich am besten?

Große mehlig kochende Kartoffeln wie Adretta oder Bintje sind ideal. Festkochende Sorten werden innen nicht locker genug und lassen sich schlecht zu einem cremigen Püree zerdrücken.

Welche Toppings sind original türkisch?

Klassisch sind Mais, Erbsen-Möhren-Gemüse, schwarze Oliven, Krautsalat, eingelegte Gurken, Russischer Salat, Sucuk sowie Ketchup und Mayonnaise. In der Türkei stellt sich jeder seine Kombination selbst zusammen.

Kann ich Kumpir einfrieren?

Die fertig belegte Kumpir eignet sich nicht zum Einfrieren, da die Toppings matschig werden. Du kannst höchstens vorgebackene Kartoffeln einfrieren und sie später im Ofen aufbacken, bevor du sie füllst.

Was passt als Beilage oder Getränk zu Kumpir?

Kumpir ist als sättigende Mahlzeit bereits komplett. Dazu passt gut ein Glas Ayran, ein frischer Hirtensalat (Çoban Salatası) oder türkischer Tee zum Abschluss.

Murat Gemici
Über den Autor
Murat Gemici

Murat Gemici ist Webdesigner und Digital-Unternehmer aus dem Rhein-Neckar-Raum mit deutsch-türkischen Wurzeln. Auf yemektarifi teilt er die Rezepte, mit denen er aufgewachsen ist — ehrliche türkische Küche, einfach erklärt und für die deutsche Küche angepasst. Wenn er nicht am Herd steht, baut er digitale Projekte rund um gemici.de.

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