Lahmacun ist die berühmte türkische Pizza – ein hauchdünner Fladen, belegt mit einer würzigen Paste aus Hackfleisch, Paprika, Tomaten und Kräutern. Frisch aus dem Ofen wird sie mit Petersilie, Zwiebeln und einem Spritzer Zitrone belegt, zusammengerollt und aus der Hand gegessen. Perfekt als Streetfood-Snack, für die nächste Party oder ein geselliges Abendessen mit Freunden. Wer einmal selbstgemachten Lahmacun probiert hat, greift nie wieder zur Tiefkühlvariante.
Herkunft & Geschichte
Der Ursprung des Lahmacun liegt im Südosten der Türkei sowie im angrenzenden Syrien und dem Libanon – der Name leitet sich vom arabischen „lahm bi’ajin“ ab, was schlicht „Fleisch mit Teig“ bedeutet. Besonders die Städte Şanlıurfa und Gaziantep gelten als Hochburgen dieser Spezialität, wo Lahmacun seit Jahrhunderten in traditionellen Steinöfen gebacken wird. Für die Menschen dort ist er weit mehr als ein schneller Imbiss: Er ist Teil der Alltagskultur, oft frisch beim Bäcker an der Ecke geholt und sofort verzehrt. Die Kunst liegt im hauchdünnen Ausrollen des Teigs, der beim Backen knusprig, aber biegsam bleibt.
In der Türkei wird Lahmacun traditionell mit reichlich frischer Petersilie, Tomatenscheiben, Zwiebeln und Zitronensaft belegt, dann zusammengerollt und aus der Hand gegessen – dazu trinkt man gerne ein Glas Ayran. Regional variiert die Schärfe deutlich: Im Südosten mag man ihn feurig mit viel Isot-Paprika und scharfer Paste, während er in Städten wie Istanbul oft milder ausfällt. In Gaziantep wird er gerne mit etwas Granatapfelsirup verfeinert, in anderen Regionen kommt fein gehackte Aubergine oder mehr Knoblauch dazu. Ob als Mittagssnack, Straßenessen oder auf Familienfeiern – Lahmacun bringt in der ganzen Türkei Menschen an einen Tisch.
Zutaten (4 Portionen)
- 300 g Weizenmehl (Type 550)
- 180 ml lauwarmes Wasser
- 1 TL Trockenhefe
- 1 TL Salz
- 1 EL Olivenöl
- 250 g Rinderhackfleisch (oder Lamm)
- 1 kleine Zwiebel, fein gehackt
- 2 Knoblauchzehen, gepresst
- 1 rote Paprika, sehr fein gewürfelt
- 2 EL Tomatenmark
- 1 EL Paprikamark (Biber salçası)
- 1 TL Paprikapulver edelsüß
- 1/2 TL Kreuzkümmel, 1/2 TL Chiliflocken, 1 Prise Salz
- 1 Handvoll frische Petersilie, gehackt
Zubereitung
- Für den Teig Mehl, Trockenhefe und Salz in einer Schüssel mischen. Wasser und Olivenöl zugeben und alles zu einem glatten, geschmeidigen Teig verkneten (ca. 8 Minuten). Abgedeckt an einem warmen Ort 60 Minuten gehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat.
- Für die Auflage Zwiebel, Knoblauch, Paprika und Petersilie sehr fein hacken – am besten mit dem Messer oder kurz im Zerkleinerer, ohne dass es zu Brei wird.
- Das Hackfleisch mit den gehackten Zutaten, Tomatenmark, Paprikamark und allen Gewürzen gründlich zu einer streichfähigen Paste verkneten. 15 Minuten durchziehen lassen.
- Den Ofen mit einem Backblech oder Pizzastein auf 250 °C Ober-/Unterhitze vorheizen – möglichst heiß, damit der Teig knusprig wird.
- Den Teig in 4 Portionen teilen und jede auf einer bemehlten Fläche hauchdünn (fast durchsichtig) zu ovalen Fladen ausrollen.
- Die Hackfleischpaste dünn und gleichmäßig bis zum Rand auf die Fladen streichen. Die Schicht sollte sehr dünn sein, damit alles gleichmäßig gart.
- Lahmacun auf das heiße Blech oder Backpapier legen und im Ofen 8–10 Minuten backen, bis die Ränder knusprig und das Fleisch durchgegart ist.
- Nach dem Backen sofort mit frischer Petersilie, Zwiebelringen und Tomatenscheiben belegen, mit Zitronensaft beträufeln, zusammenrollen und heiß servieren.
Nährwerte (pro Portion)
- Kalorien: 310 kcal
- Eiweiß: 15 g
- Fett: 9 g
- Kohlenhydrate: 42 g
Tipps
- Je dünner der Teig ausgerollt wird, desto knuspriger und authentischer wird der Lahmacun – ruhig fast durchsichtig arbeiten.
- Variante mit Lamm: Ersetze das Rinderhack durch Lammhack für einen intensiveren, orientalischeren Geschmack.
- Vegetarische Variante: Statt Fleisch eine Paste aus fein gehackten Champignons, Walnüssen und Paprikamark verwenden – ebenso würzig.
- Für extra Schärfe und Südost-Anatolien-Flair 1 TL Isot-Paprika (Pul Biber) zusätzlich untermischen oder mit etwas Granatapfelsirup beträufeln.
- Kein starker Ofen zur Hand? Backe den Lahmacun in einer beschichteten Pfanne ohne Öl bei mittlerer Hitze mit Deckel – ebenfalls knusprig.
Häufige Fragen
Kann ich Lahmacun vorbereiten?
Ja. Teig und Hackfleischpaste lassen sich problemlos einige Stunden vorher zubereiten und im Kühlschrank lagern. Belegen und backen solltest du erst kurz vor dem Servieren, damit der Fladen frisch und knusprig bleibt.
Wie bewahre ich übrig gebliebenen Lahmacun auf?
Gebackenen Lahmacun in ein sauberes Küchentuch wickeln oder luftdicht verpacken – so hält er sich 2–3 Tage im Kühlschrank. Zum Aufwärmen kurz in der Pfanne oder im Ofen erhitzen, nicht in der Mikrowelle, sonst wird er zäh.
Kann ich Lahmacun einfrieren?
Ja, sowohl roh belegt als auch gebacken. Rohe, belegte Fladen einzeln mit Backpapier trennen und einfrieren, dann direkt gefroren backen. Gebackene Lahmacun ebenfalls einfrieren und im Ofen aufbacken – Qualität bleibt sehr gut.
Was passt als Beilage zu Lahmacun?
Klassisch belegt man ihn mit frischer Petersilie, Zwiebeln, Tomaten und Zitrone und rollt ihn zusammen. Dazu passen ein türkischer Hirtensalat (Çoban salatası), eingelegte Chilis und ein kühles Glas Ayran hervorragend.
Warum wird mein Lahmacun nicht knusprig?
Meist liegt es an zu dickem Teig oder zu niedriger Ofentemperatur. Rolle den Fladen hauchdünn aus und heize den Ofen mit Blech oder Pizzastein möglichst hoch (250 °C) vor, bevor du backst.





