Pişi (auch Pişi ekmeği) ist ein luftig-frittiertes Hefeteig-Gebäck, das in fast jedem türkischen Haushalt zum Frühstück oder Brunch auf den Tisch kommt. Von außen goldbraun und knusprig, von innen weich und fluffig, schmeckt es herrlich zu Weißkäse, Oliven, Honig oder Marmelade. Besonders am Wochenende, wenn die ganze Familie zusammenkommt, füllt der Duft von frisch frittiertem Pişi die Küche. Es ist einfach zuzubereiten, braucht nur wenige Zutaten – und macht garantiert jeden am Tisch glücklich.
Herkunft & Geschichte
Pişi hat seine Wurzeln in der ländlichen anatolischen Küche und gehört zur großen Familie der türkischen Fettgebäcke, zu der auch Lokma und der Balkan-Verwandte Lokma/Pişi zählen. Der Name leitet sich vom türkischen Verb „pişmek“ (garen, backen) ab. Über Jahrhunderte war Pişi ein Gericht der einfachen Leute: Mehl, Wasser, Hefe und etwas Öl standen fast immer zur Verfügung, und so wurde daraus ein sättigendes, günstiges Grundnahrungsmittel. In vielen Regionen wurde Pişi traditionell zubereitet, wenn Gäste unerwartet kamen, weil es schnell geht und dennoch großzügig und gastfreundlich wirkt.
In der Türkei wird Pişi vor allem zum Frühstück (kahvaltı) und am Wochenende gegessen, oft begleitet von schwarzem Tee aus dem Çaydanlık. Regional gibt es viele Varianten: In der Schwarzmeerregion isst man es gern mit Butter und Honig, in Zentralanatolien pur zu Weißkäse und Oliven. Manche Familien bereiten eine herzhafte Version mit Hackfleischfüllung zu, andere eine süße mit Puderzucker als Nachtisch – vergleichbar mit dem Bosnischen „uštipci“. Besonders im Ramadan taucht Pişi häufig auf dem Iftar-Tisch auf, weil es warm, sättigend und im Handumdrehen frisch zubereitet ist.
Zutaten (4 Portionen)
- 500 g Weizenmehl (Type 405 oder 550)
- 1 Päckchen Trockenhefe (7 g)
- 1 TL Zucker
- 1 TL Salz
- 300 ml lauwarmes Wasser
- 2 EL Naturjoghurt
- 1 EL Olivenöl
- 1 Ei (optional, für einen zarteren Teig)
- 500 ml neutrales Frittieröl (z.B. Sonnenblumenöl)
Zubereitung
- Trockenhefe und Zucker in das lauwarme Wasser einrühren und 5 Minuten stehen lassen, bis sich Bläschen bilden.
- Mehl und Salz in einer großen Schüssel mischen. Eine Mulde formen und die Hefemischung, den Joghurt, das Olivenöl und – falls verwendet – das Ei hineingeben.
- Alles zu einem weichen, leicht klebrigen Teig verkneten. Etwa 8 Minuten kräftig durchkneten, bis der Teig glatt und elastisch ist.
- Die Schüssel mit einem feuchten Tuch abdecken und den Teig an einem warmen Ort 60 Minuten gehen lassen, bis er sich sichtbar verdoppelt hat.
- Den Teig auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben, kurz durchkneten und etwa 1 cm dick ausrollen. In Rechtecke oder Rauten von ca. 6 x 8 cm schneiden. In der Mitte jedes Stücks einen kleinen Schlitz einschneiden.
- Das Öl in einem tiefen Topf auf 170–180 °C erhitzen. Zum Testen ein kleines Teigstück hineingeben – steigt es sofort blubbernd auf, ist das Öl bereit.
- Die Teigstücke portionsweise ins heiße Öl geben und je Seite etwa 1–2 Minuten goldbraun frittieren. Nicht zu viele auf einmal, damit die Temperatur nicht abfällt.
- Mit einer Schaumkelle herausnehmen und auf Küchenpapier abtropfen lassen.
- Warm servieren – klassisch mit Weißkäse, Oliven, Honig oder Marmelade und einem Glas türkischem Tee.
Nährwerte (pro Portion)
- Kalorien: 320 kcal
- Eiweiß: 7 g
- Fett: 14 g
- Kohlenhydrate: 42 g
Tipps
- Das Öl unbedingt auf konstanter Temperatur halten (170–180 °C): Ist es zu kalt, saugt sich der Teig voll und wird fettig; ist es zu heiß, verbrennt die Außenseite, während das Innere roh bleibt.
- Süße Variante: Die fertigen Pişi noch warm in Puderzucker oder Zimtzucker wälzen – ein beliebter Nachtisch für Kinder.
- Herzhafte Variante: Vor dem Frittieren eine kleine Menge gewürztes Hackfleisch in die Teigstücke einwickeln (İçli Pişi) für eine sättigende Mahlzeit.
- Für besonders fluffige Pişi den Teig ein zweites Mal 15 Minuten ruhen lassen, nachdem er ausgerollt und geschnitten wurde.
- Wer es leichter mag, kann den Teig statt zu frittieren im Airfryer bei 190 °C etwa 8–10 Minuten backen – das Ergebnis ist weniger fettig, aber trotzdem luftig.
Häufige Fragen
Kann ich den Pişi-Teig am Vorabend vorbereiten?
Ja. Kneten Sie den Teig, decken Sie ihn ab und lassen Sie ihn über Nacht im Kühlschrank gehen. Am Morgen 30 Minuten bei Zimmertemperatur akklimatisieren lassen, dann ausrollen und frittieren.
Wie bewahre ich übrig gebliebene Pişi auf?
In einer luftdichten Dose halten sie sich bei Zimmertemperatur 1–2 Tage. Zum Aufwärmen kurz in den Backofen oder Airfryer geben, damit sie wieder knusprig werden – die Mikrowelle macht sie weich.
Kann ich Pişi einfrieren?
Ja. Fertig frittierte und abgekühlte Pişi lassen sich einfrieren. Zum Servieren direkt gefroren im Backofen bei 180 °C etwa 8 Minuten aufbacken – so werden sie wieder knusprig.
Womit isst man Pişi traditionell?
Klassisch zum türkischen Frühstück mit Weißkäse (Beyaz Peynir), Oliven, Honig, Kaymak oder Marmelade und einem Glas schwarzem Tee. Süß bestreut mit Puderzucker schmecken sie auch als Nachtisch.
Warum werden meine Pişi fettig statt luftig?
Meist ist das Öl nicht heiß genug. Bei unter 160 °C saugt der Teig zu viel Fett auf. Erhitzen Sie das Öl auf 170–180 °C und frittieren Sie in kleinen Portionen, damit die Temperatur konstant bleibt.





