Barbunya Pilaki ist ein klassisches türkisches Zeytinyağlı-Gericht, bei dem Borlotti-Bohnen sanft in Olivenöl mit Tomate, Zwiebel und Karotte geschmort werden. Es wird traditionell abgekühlt oder bei Zimmertemperatur serviert und ist damit die perfekte Vorspeise (Meze) oder ein leichtes Hauptgericht für warme Tage. Rein pflanzlich, sättigend und voller mediterraner Aromen – ein Gericht, das am nächsten Tag sogar noch besser schmeckt. Ein Spritzer Zitrone und frische Petersilie machen es unwiderstehlich frisch.
Herkunft & Geschichte
Barbunya Pilaki gehört zur Familie der türkischen Zeytinyağlılar – Gemüse- und Hülsenfruchtgerichte, die in reichlich Olivenöl gegart und kalt gegessen werden. Diese Kochtradition ist besonders in der Ägäis- und Marmara-Region rund um Izmir und Istanbul verwurzelt, wo Olivenöl seit der Antike das flüssige Gold der Küche ist. Das Wort „Pilaki“ stammt vom griechischen „plaki“ und verweist auf die enge kulinarische Verwandtschaft zwischen türkischer und griechischer Küche im ehemaligen osmanischen Raum. Die Borlotti-Bohne – auf Türkisch „barbunya“ – gab dem Gericht ihren Namen.
In der Türkei ist Barbunya Pilaki ein fester Bestandteil der sogenannten „soğuk yemekler“ (kalte Speisen), die man im Sommer aus dem Kühlschrank holt oder das ganze Jahr über auf dem Meze-Tisch findet. Besonders während des Fastenmonats Ramadan und an Fastentagen ist es beliebt, weil es sättigt, ohne schwer zu sein. Regional variiert das Rezept: An der Ägäis wird großzügig Olivenöl verwendet und oft Zucker für eine leichte Süße zugegeben, während man im Landesinneren manchmal etwas Tomatenmark und schärfere Gewürze bevorzugt. In vielen Familien ist es ein Sonntagsklassiker, den man in großen Mengen kocht und über mehrere Tage genießt.
Zutaten (4 Portionen)
- 250 g getrocknete Borlotti-Bohnen (Barbunya)
- 2 mittelgroße Zwiebeln, fein gewürfelt
- 2 Karotten, in kleine Würfel geschnitten
- 1 Kartoffel, gewürfelt (optional)
- 3 Knoblauchzehen, gehackt
- 2 reife Tomaten, gerieben (oder 1 EL Tomatenmark)
- 120 ml Olivenöl
- 1 TL Zucker
- 1,5 TL Salz
- 1 TL Paprikapulver
- 500 ml heißes Wasser
- 1/2 Bund glatte Petersilie, gehackt
- 1 Zitrone (Saft und Spalten zum Servieren)
Zubereitung
- Die getrockneten Borlotti-Bohnen über Nacht (mindestens 8 Stunden) in reichlich kaltem Wasser einweichen. Anschließend abgießen und abspülen.
- Die eingeweichten Bohnen in einen Topf mit frischem Wasser geben und etwa 30 Minuten vorkochen, bis sie halbweich sind. Abgießen und beiseitestellen.
- In einem breiten Topf das Olivenöl erhitzen und die gewürfelten Zwiebeln bei mittlerer Hitze 5 Minuten glasig dünsten.
- Karotten, Kartoffel und Knoblauch zugeben und weitere 5 Minuten anschwitzen, bis alles leicht Farbe nimmt.
- Geriebene Tomaten (oder Tomatenmark), Zucker, Salz und Paprikapulver einrühren und 2 Minuten mitrösten.
- Die vorgekochten Bohnen zufügen, das heiße Wasser angießen und alles einmal aufkochen lassen.
- Zugedeckt bei niedriger Hitze etwa 40 Minuten köcheln lassen, bis die Bohnen weich sind und eine sämige Soße entstanden ist.
- Den Topf vom Herd nehmen und das Gericht vollständig auf Zimmertemperatur abkühlen lassen – hier entfaltet sich das Aroma.
- Vor dem Servieren mit gehackter Petersilie und einem großzügigen Spritzer Zitronensaft verfeinern.
- Kalt oder bei Zimmertemperatur mit Zitronenspalten und frischem Brot servieren.
Nährwerte (pro Portion)
- Kalorien: 310 kcal
- Eiweiß: 11 g
- Fett: 16 g
- Kohlenhydrate: 32 g
Tipps
- Aus Zeitgründen kannst du Bohnen aus der Dose verwenden: 2 Dosen (à 400 g) abspülen und erst ab Schritt 6 zugeben, dann nur 15 Minuten köcheln.
- Variante mit Sellerie: Ersetze die Kartoffel durch 1 Stange Staudensellerie für eine frischere, aromatischere Note wie an der Ägäis.
- Für eine würzigere Version (eher aus Zentralanatolien) gib 1/2 TL Pul Biber (türkische Chiliflocken) hinzu.
- Nicht zu früh salzen: Salz beim Bohnenkochen erst gegen Ende zufügen, sonst bleiben die Bohnen hart.
- Das Gericht schmeckt am zweiten Tag intensiver – ruhig eine größere Menge kochen und im Kühlschrank durchziehen lassen.
Häufige Fragen
Wie lange ist Barbunya Pilaki im Kühlschrank haltbar?
Luftdicht verschlossen hält es sich problemlos 3 bis 4 Tage im Kühlschrank. Da es kalt gegessen wird und der Geschmack durchzieht, schmeckt es am zweiten und dritten Tag oft sogar besser.
Kann ich Barbunya Pilaki einfrieren?
Ja, das Gericht lässt sich gut einfrieren. Fülle es abgekühlt in einen luftdichten Behälter und friere es bis zu 3 Monate ein. Zum Servieren im Kühlschrank auftauen und bei Zimmertemperatur genießen.
Muss ich unbedingt getrocknete Bohnen verwenden?
Nein. Getrocknete, eingeweichte Bohnen geben das beste Ergebnis, aber Dosenbohnen funktionieren als schnelle Alternative. Dann die Kochzeit deutlich verkürzen und die Bohnen erst zum Schluss zugeben.
Was passt als Beilage zu Barbunya Pilaki?
Klassisch reicht man frisches Weißbrot oder Fladenbrot zum Auftunken der Soße. Dazu passen auch ein Schafskäse, eingelegte Oliven und ein Glas Ayran für ein vollständiges türkisches Meze-Erlebnis.
Kann ich das Gericht schon am Vortag vorbereiten?
Unbedingt – es ist sogar ideal zum Vorbereiten. Koche es einen Tag vorher, lass es abkühlen und stelle es kalt. So verbinden sich die Aromen perfekt und du hast ein schnelles Gericht griffbereit.





