Et Sote ist ein herzhaftes türkisches Rindfleisch-Sauté, bei dem zartes Fleisch zusammen mit Paprika, Zwiebeln und Tomaten in einer würzigen, leicht sämigen Sauce geschmort wird. Das Gericht landet in der Türkei fast täglich als schnelles, sättigendes Familienessen auf dem Tisch und ist besonders bei Berufstätigen beliebt, die abends ohne großen Aufwand etwas Warmes kochen wollen. Was Et Sote besonders macht, ist die Kombination aus kurzer Anbratzeit und langsamem Schmoren, wodurch das Fleisch butterzart wird, ohne stundenlang auf dem Herd zu stehen. Serviert mit Reis, Bulgur oder frischem Fladenbrot wird daraus eine vollwertige, wärmende Mahlzeit.
Herkunft & Geschichte
Sote stammt vom französischen „sauté“ (springen, in der Pfanne wenden) ab und wurde im Zuge der osmanischen Küchenmodernisierung im 19. Jahrhundert in den türkischen Sprachgebrauch übernommen, als westliche Kochtechniken in den Palastküchen Istanbuls Einzug hielten. Während klassische türkische Fleischgerichte wie Kavurma oder Güveç traditionell über Stunden im Ofen oder auf offener Flamme geschmort werden, steht Et Sote für eine schnellere, pfannenbasierte Zubereitung, die sich ideal für den Alltag eignet. Die Kombination aus Rindfleisch, Paprika und Tomaten spiegelt die zentralanatolische und mittelmeerische Küchentradition wider, in der Gemüse und Fleisch stets gemeinsam geschmort werden, statt getrennt serviert zu werden.
In türkischen Haushalten gilt Et Sote als klassisches Alltagsgericht, das oft unter der Woche zubereitet wird, weil es im Gegensatz zu aufwendigeren Eintöpfen in unter einer Stunde fertig ist. Regional unterscheidet sich die Würzung: In der Ägäis-Region wird gerne mit mehr frischen Kräutern und etwas Zitrone gearbeitet, während in Zentralanatolien kräftigere Gewürze wie Kreuzkümmel und Paprikapaste (Biber Salçası) dominieren. In vielen Familien wird Et Sote traditionell in einem breiten, flachen Kupfertopf oder einer gusseisernen Pfanne zubereitet, was dem Gericht seinen typischen, leicht karamellisierten Geschmack verleiht. Serviert wird es meist mit Reis (Pilav), manchmal auch mit Bulgur oder frischem Brot, um die kräftige Sauce aufzutunken.
Zutaten (4 Portionen)
- 600 g Rindfleisch (Gulasch oder Hüfte, in Würfel geschnitten)
- 3 EL Sonnenblumenöl
- 2 Zwiebeln, in Halbringe geschnitten
- 2 rote Spitzpaprika, in Streifen geschnitten
- 1 grüne Spitzpaprika, in Streifen geschnitten
- 3 Knoblauchzehen, fein gehackt
- 2 EL Tomatenmark
- 1 EL Paprikamark (Biber Salçası)
- 2 Tomaten, gewürfelt (oder 200 g gehackte Dosentomaten)
- 250 ml Wasser oder Rinderbrühe
- 1 TL Kreuzkümmel
- 1 TL Paprikapulver, edelsüß
- Salz und schwarzer Pfeffer nach Geschmack
- 1 Prise Chiliflocken (optional)
- 2 EL frische Petersilie, gehackt
Zubereitung
- Das Rindfleisch trocken tupfen und in gleichmäßige, mundgerechte Würfel schneiden.
- In einem breiten Topf oder einer großen Pfanne das Öl stark erhitzen und das Fleisch portionsweise 5-6 Minuten scharf anbraten, bis es rundum braun ist. Herausnehmen und beiseitestellen.
- Im selben Topf die Zwiebeln bei mittlerer Hitze 4-5 Minuten glasig dünsten.
- Knoblauch, Tomaten- und Paprikamark hinzufügen und 2 Minuten mitrösten, bis ein kräftiges Aroma entsteht.
- Die Paprikastreifen zugeben und 4-5 Minuten mitschmoren, bis sie leicht weich werden.
- Die gewürfelten Tomaten sowie Kreuzkümmel, Paprikapulver, Salz und Pfeffer einrühren.
- Das angebratene Fleisch zurück in den Topf geben, mit Wasser oder Brühe aufgießen und aufkochen lassen.
- Hitze reduzieren, Deckel auflegen und 45-60 Minuten köcheln lassen, bis das Fleisch zart ist, dabei gelegentlich umrühren und bei Bedarf Flüssigkeit nachgießen.
- Deckel abnehmen und die Sauce bei Bedarf 5-10 Minuten offen einkochen lassen, bis sie sämig ist.
- Mit frischer Petersilie bestreuen und heiß servieren.
Nährwerte (pro Portion)
- Kalorien: ca. 340 kcal
- Eiweiß: ca. 28 g
- Fett: ca. 20 g
- Kohlenhydrate: ca. 10 g
Tipps
- Für besonders zartes Fleisch eignet sich Rinderschulter oder Hüfte am besten, da sie beim langsamen Schmoren nicht trocken wird.
- Wer es schärfer mag, kann zusätzlich eine fein gehackte scharfe grüne Paprika (Sivri Biber) mitschmoren.
- Variante mit Pilzen: 200 g Champignons in Scheiben nach dem Anbraten der Zwiebeln mitdünsten für eine herzhaftere Note.
- Vegetarische Abwandlung: Das Rindfleisch durch Auberginenwürfel oder Kichererbsen ersetzen und die Garzeit auf 20 Minuten verkürzen.
- Ein Schuss Zitronensaft kurz vor dem Servieren bringt Frische in die kräftige Sauce.
Häufige Fragen
Wie lange ist Et Sote im Kühlschrank haltbar?
Gut verschlossen hält sich Et Sote im Kühlschrank 3-4 Tage. Beim Aufwärmen einen Schuss Wasser oder Brühe zugeben, damit die Sauce nicht zu dick wird.
Kann ich Et Sote einfrieren?
Ja, das fertige Gericht lässt sich problemlos bis zu 3 Monate einfrieren. Am besten in einem luftdichten Behälter portionsweise einfrieren und über Nacht im Kühlschrank auftauen.
Welches Fleisch eignet sich am besten für Et Sote?
Ideal sind Rindergulasch, Hüfte oder Schulter, da sie beim Schmoren zart werden. Zu mageres Fleisch wie Filet wird beim langen Köcheln eher trocken.
Womit wird Et Sote traditionell serviert?
Klassisch wird Et Sote mit Reis (Pilav) oder Bulgur serviert, alternativ auch mit frischem Fladenbrot zum Auftunken der Sauce.
Kann ich Et Sote schon am Vortag vorbereiten?
Ja, das Gericht schmeckt am nächsten Tag sogar noch intensiver, da die Gewürze durchziehen können. Einfach vor dem Servieren sanft erwärmen.





