İzmir Köfte ist ein herzhafter Klassiker der türkischen Hausmannskost: würzige Hackbällchen, die zusammen mit Kartoffeln und Paprika in einer aromatischen Tomatensoße im Ofen geschmort werden. Das Gericht kommt als sättigendes Ein-Topf-Essen auf den Tisch und ist perfekt für ein gemütliches Familienessen oder Gäste. Besonders macht es die Kombination aus zartem Fleisch und der intensiven, leicht süßlichen Tomaten-Paprika-Soße, in der alles zusammen gart. Serviert mit Reis oder Brot ist es ein echtes Wohlfühlgericht.
Herkunft & Geschichte
İzmir Köfte trägt seinen Namen nach der westtürkischen Hafenstadt İzmir an der Ägäis, gilt heute aber als fester Bestandteil der türkischen Küche im ganzen Land. Anders als gegrillte Köfte-Varianten (etwa Adana oder Inegöl) gehört İzmir Köfte zur Gruppe der geschmorten Gerichte, den sogenannten ’sulu yemek‘ – saftigen Speisen mit Soße, die traditionell in der Hauskost eine zentrale Rolle spielen. Die ägäische Region ist bekannt für ihre Verbindung von Fleisch mit reichlich Gemüse, Tomaten und Olivenöl, was sich in diesem Rezept deutlich widerspiegelt.
In türkischen Haushalten ist İzmir Köfte ein typisches Mittag- oder Abendessen unter der Woche, das oft in größeren Mengen zubereitet wird, weil es aufgewärmt sogar noch besser schmeckt. Die Köfte werden zunächst in Form länglicher Bällchen gerollt und kurz angebraten, bevor sie mit Kartoffeln, Paprika und Tomaten im Ofen fertig schmoren. Regional gibt es Varianten: Manche Familien geben grüne Spitzpaprika obenauf, andere legen frische Tomatenscheiben zwischen die Köfte oder verfeinern die Soße mit Knoblauch und Kreuzkümmel. Dazu reicht man klassisch Reispilaw (Pilav) oder frisches Fladenbrot, um die Soße aufzutunken.
Zutaten (4 Portionen)
- 500 g gemischtes Hackfleisch (Rind & Lamm oder Rind)
- 1 Zwiebel (fein gerieben)
- 2 Knoblauchzehen (gepresst)
- 1 Scheibe Toastbrot (eingeweicht, ausgedrückt)
- 1 Ei
- 1 Bund Petersilie (gehackt)
- 1 TL Kreuzkümmel (gemahlen)
- 1,5 TL Salz
- 0,5 TL schwarzer Pfeffer
- 4 Kartoffeln (mittelgroß, in Spalten)
- 3 grüne Spitzpaprika (türkisch, oder 1 grüne Paprika)
- 2 Tomaten (in Scheiben)
- 2 EL Tomatenmark
- 3 EL Olivenöl
- 400 ml warmes Wasser
Zubereitung
- Das Toastbrot in Wasser einweichen und gut ausdrücken. Hackfleisch, geriebene Zwiebel, Knoblauch, Ei, Petersilie, Kreuzkümmel, Salz und Pfeffer mit dem Brot in einer Schüssel gründlich verkneten. Den Teig abgedeckt 20 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.
- Aus der Masse mit feuchten Händen längliche Köfte formen (ca. 6–7 cm lang). Es sollten etwa 12–14 Bällchen entstehen.
- 2 EL Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Köfte bei mittlerer Hitze rundum 5 Minuten anbraten, bis sie Farbe bekommen. Sie müssen noch nicht durchgegart sein.
- Die Kartoffelspalten in derselben Pfanne mit dem restlichen Öl 5 Minuten leicht anbraten, damit sie im Ofen nicht zu trocken werden. Herausnehmen.
- Den Backofen auf 200 °C (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Köfte und Kartoffeln abwechselnd in eine Auflaufform legen, die Spitzpaprika dazwischenstecken und mit Tomatenscheiben belegen.
- Für die Soße das Tomatenmark mit dem warmen Wasser, 0,5 TL Salz und einer Prise Pfeffer verrühren. Die Soße gleichmäßig über die Köfte und Kartoffeln gießen.
- Die Form mit Alufolie abdecken und im Ofen 30 Minuten schmoren lassen, damit die Kartoffeln weich werden.
- Die Folie entfernen und weitere 15 Minuten backen, bis die Soße leicht eingedickt ist und die Oberfläche Farbe bekommt.
- İzmir Köfte kurz ruhen lassen und heiß servieren – am besten mit Reispilaw oder frischem Fladenbrot.
Nährwerte (pro Portion)
- Kalorien: 420 kcal
- Eiweiß: 28 g
- Fett: 24 g
- Kohlenhydrate: 26 g
Tipps
- Das Hackfleisch mindestens 20 Minuten ruhen lassen und kräftig kneten – so werden die Köfte fester und zerfallen beim Schmoren nicht.
- Variante mit mehr Gemüse: Auberginenscheiben zwischen die Köfte legen, dann wird das Gericht noch saftiger und ägäischer.
- Schärfe-Variante: Eine gehackte scharfe türkische Peperoni oder ein wenig Pul Biber (Paprikaflocken) in die Soße geben.
- Für eine intensivere Farbe und Süße 1 TL Zucker und einen Schuss Granatapfelsirup in die Tomatensoße rühren.
- Wer es leichter mag, kann die Köfte statt anzubraten direkt roh in die Form setzen – sie garen in der Soße mit, brauchen dann aber 10 Minuten länger.
Häufige Fragen
Kann ich İzmir Köfte vorbereiten?
Ja. Du kannst die Köfte-Masse formen und die Form komplett vorbereiten, dann abgedeckt bis zu einem Tag im Kühlschrank lagern und erst kurz vor dem Essen in den Ofen schieben. Ideal für Gäste.
Wie bewahre ich Reste auf?
In einer luftdichten Dose halten sich Reste im Kühlschrank 3 Tage. Aufgewärmt schmeckt İzmir Köfte oft sogar noch besser, weil die Köfte die Soße aufnehmen.
Kann man İzmir Köfte einfrieren?
Ja. Am besten die gebratenen, aber noch nicht geschmorten Köfte einfrieren (bis 3 Monate). Vor dem Weiterverarbeiten auftauen und wie im Rezept mit Kartoffeln und Soße im Ofen fertig garen.
Was passt als Beilage dazu?
Klassisch reicht man Reispilaw (Pilav) oder frisches Fladenbrot, um die Soße aufzutunken. Ein Joghurt-Dip (Cacık) oder ein grüner Salat runden das Gericht frisch ab.
Womit kann ich das Hackfleisch ersetzen?
Reines Rinderhack funktioniert sehr gut. Für eine geflügel-Variante eignet sich Puten- oder Hähnchenhack – dann etwas mehr Olivenöl in die Masse geben, damit die Köfte nicht trocken werden.





