Peynirli Pide ist das kultige käsegefüllte Fladenbrot der türkischen Küche – eine längliche, an beiden Enden zugezwickte Teigform mit einer üppigen, geschmolzenen Käsefüllung in der Mitte. Es wird traditionell frisch aus dem Steinofen serviert, oft als schnelles Mittagessen, Abendsnack oder Highlight bei geselligen Runden. Die Kombination aus knusprigem Rand und zart-cremigem Käsekern macht Pide zu einem der beliebtesten Streetfood-Klassiker der Türkei. Mit ein paar Tricks gelingt die charakteristische Form und der goldbraune Glanz auch im heimischen Backofen wunderbar.
Herkunft & Geschichte
Pide gehört zu den ältesten Brotformen Anatoliens und reicht in ihren Wurzeln bis in die osmanische Zeit zurück, als flache, mit verschiedenen Zutaten belegte Teigfladen in gemeinschaftlichen Steinöfen gebacken wurden. Der Name leitet sich vom griechischen Wort für Fladenbrot ab, doch die Türkei entwickelte daraus eine eigenständige kulinarische Tradition mit unzähligen regionalen Varianten. Besonders die Schwarzmeerregion, etwa die Städte Trabzon und Rize, gilt als Hochburg der Pide-Kultur, wo sie oft mit Ei, Hackfleisch oder eben reichlich Käse gefüllt wird. Die charakteristische bootsförmige Form mit den nach oben gezwickten Rändern entstand aus praktischen Gründen: So blieb die Füllung beim Backen im heißen Ofen sicher in der Mitte.
In der Türkei ist Peynirli Pide fester Bestandteil des Alltags und wird in eigenen Pide-Salons, den sogenannten „Pideci“, frisch zubereitet und meist noch heiß über die Theke gereicht. Sie gilt als beliebtes Frühstücks- oder Mittagsgericht, wird aber auch abends gerne mit Freunden bei Çay geteilt. Je nach Region variiert die Käsesorte: An der Schwarzmeerküste verwendet man häufig den würzigen Kaşar-Käse, während in anderen Landesteilen auch Beyaz Peynir (türkischer Feta) oder Mozzarella zum Einsatz kommen. Manche Familien verfeinern die Füllung zusätzlich mit gehackter Petersilie, Ei oder einer Prise Chiliflocken, um dem Klassiker eine persönliche Note zu geben.
Zutaten (4 Portionen)
- 500 g Weizenmehl (Type 550)
- 1 Päckchen Trockenhefe (7 g)
- 1 TL Zucker
- 1 TL Salz
- 250 ml lauwarmes Wasser
- 3 EL Olivenöl
- 300 g Kaşar-Käse, gerieben (ersatzweise Mozzarella)
- 100 g Beyaz Peynir (türkischer Feta), zerbröckelt
- 1 Ei (zum Bestreichen)
- 2 EL Butter, geschmolzen
- 1 EL Schwarzkümmel oder Sesam
- 1 Prise Chiliflocken (optional)
- 2 EL frische Petersilie, gehackt
Zubereitung
- Trockenhefe, Zucker und lauwarmes Wasser verrühren und 10 Minuten stehen lassen, bis sich Schaum bildet.
- Mehl und Salz in einer großen Schüssel mischen, die Hefemischung und das Olivenöl zugeben und alles zu einem glatten, elastischen Teig verkneten (ca. 8 Minuten).
- Den Teig zugedeckt an einem warmen Ort 60 Minuten gehen lassen, bis er sich verdoppelt hat.
- In der Zwischenzeit Kaşar-Käse, Beyaz Peynir und Petersilie in einer Schüssel vermischen.
- Den Backofen auf 250 °C Ober-/Unterhitze vorheizen und ein Backblech mit Backpapier hineinlegen.
- Den Teig in 4 gleich große Portionen teilen und jede zu einem länglichen, ovalen Fladen von ca. 25 x 12 cm ausrollen.
- Die Käsemischung mittig auf jeden Fladen geben, dabei einen 2 cm breiten Rand freilassen.
- Die Ränder nach innen einrollen und an den Spitzen fest zusammendrücken, sodass ein bootsförmiges Pide entsteht.
- Die Ränder mit verquirltem Ei bestreichen und mit Schwarzkümmel oder Sesam bestreuen.
- Im vorgeheizten Ofen 12-15 Minuten backen, bis der Rand goldbraun und der Käse geschmolzen und leicht gebräunt ist. Sofort mit geschmolzener Butter bestreichen und heiß servieren.
Nährwerte (pro Portion)
- Kalorien: 420 kcal
- Eiweiß: 18 g
- Fett: 20 g
- Kohlenhydrate: 42 g
Tipps
- Für extra knusprigen Boden das Backblech mit dem Backpapier bereits beim Vorheizen mit in den Ofen legen.
- Variante mit Hackfleisch: Die Hälfte der Käsefüllung durch angebratenes Hackfleisch mit Zwiebeln und Gewürzen ersetzen (Kıymalı Pide).
- Variante mit Ei: Kurz vor Ende der Backzeit ein rohes Ei in die Mitte der Käsefüllung schlagen und weitere 3-4 Minuten backen.
- Wer es schärfer mag, mischt Chiliflocken oder etwas Sucuk-Wurst unter den Käse.
- Für gleichmäßig dünnen Teig die Fladen auf einer leicht bemehlten Fläche mit einem Nudelholz von der Mitte nach außen ausrollen.
Häufige Fragen
Kann ich Peynirli Pide vorbereiten und später backen?
Ja, der geformte und gefüllte Teig lässt sich zugedeckt bis zu 4 Stunden im Kühlschrank lagern. Vor dem Backen kurz akklimatisieren lassen und wie gewohnt mit Ei bestreichen.
Welcher Käse eignet sich am besten für Pide?
Traditionell wird Kaşar-Käse verwendet, da er gut schmilzt und einen leicht würzigen Geschmack hat. Eine Mischung aus Kaşar und Mozzarella sorgt für besonders cremige Konsistenz, während Beyaz Peynir eine salzige Note beisteuert.
Kann man Pide einfrieren?
Ja, bereits gebackene Pide lässt sich nach dem vollständigen Abkühlen luftdicht verpackt bis zu 2 Monate einfrieren. Zum Aufwärmen bei 180 °C ca. 10 Minuten im Ofen erhitzen, das erhält die Knusprigkeit besser als die Mikrowelle.
Was passt gut als Beilage zu Peynirli Pide?
Klassisch serviert man dazu Ayran, einen frischen grünen Salat mit Zitronendressing oder eine Schale eingelegte Peperoni. Auch ein einfacher Tomaten-Gurken-Salat rundet die Mahlzeit gut ab.
Warum geht mein Pide-Teig nicht auf?
Meist liegt es an zu heißem oder zu kaltem Wasser, das die Hefe abtötet oder inaktiv lässt. Das Wasser sollte handwarm (ca. 37 °C) sein, und der Teig braucht einen zugfreien, warmen Ort zum Gehen.





