Fava ist eine cremige türkische Vorspeise aus getrockneten Saubohnen (Puffbohnen), die mit Olivenöl, Zitrone und frischem Dill zu einer samtigen Paste verarbeitet wird. Sie gehört zu den klassischen Mezze-Gerichten und wird traditionell lauwarm oder kalt serviert, ideal für gesellige Abende mit Freunden und Familie. Was Fava so besonders macht, ist ihre schlichte Eleganz: wenige Zutaten, aber ein intensiver, erdiger Geschmack, der durch die Frische von Dill und Zitrone perfekt ausbalanciert wird. Ob als Vorspeise zu Raki oder als leichte Mahlzeit mit Brot – Fava überzeugt mit purer, mediterraner Einfachheit.
Herkunft & Geschichte
Fava hat ihre Wurzeln in der ägäischen Küche der Türkei, insbesondere in Izmir und den umliegenden Küstenregionen, wo Saubohnen seit der Antike angebaut werden. Der Name selbst leitet sich vom lateinischen ‚faba‘ für Saubohne ab und zeigt die tiefe mediterrane Verwurzelung dieses Gerichts, das über Jahrhunderte hinweg von Griechen, Osmanen und Türken gleichermaßen geschätzt wurde. In der osmanischen Palastküche galt Fava als raffinierte, aber bodenständige Speise, die sowohl auf einfachen Tischen als auch bei festlichen Anlässen ihren Platz fand. Die Zubereitung als cremige Paste unterscheidet die türkische Fava deutlich von anderen Bohnengerichten der Region und macht sie zu einem eigenständigen kulinarischen Klassiker.
In der Türkei ist Fava ein fester Bestandteil der Meze-Kultur und wird klassischerweise kalt oder lauwarm als Vorspeise vor dem Hauptgang serviert, oft begleitet von einem Glas Rakı. Besonders in Izmir wird sie gerne in kleinen Portionen mit einem Klecks Olivenöl, frisch gehacktem Dill und einem Spritzer Zitrone garniert auf den Tisch gebracht. Regionale Varianten unterscheiden sich vor allem in der Würzung: Während manche Familien Fava schlicht mit Zwiebeln und Dill zubereiten, verfeinern andere sie mit gerösteten Pinienkernen oder einem Hauch Zucker, um die natürliche Süße der Bohnen zu betonen. In Restaurants entlang der Ägäisküste wird Fava oft direkt in der Küchenform serviert und tischfrisch mit Olivenöl beträufelt, ein Ritual, das die Wertschätzung für dieses einfache, aber geschmackvolle Gericht widerspiegelt.
Zutaten (4 Portionen)
- 300 g getrocknete Saubohnen (geschält, gelb)
- 1 große Zwiebel, fein gewürfelt
- 1 Karotte, fein gewürfelt
- 4 EL Olivenöl (plus mehr zum Servieren)
- 1 TL Zucker
- 700 ml Wasser (oder mehr nach Bedarf)
- Saft von 1 Zitrone
- 1 Bund frischer Dill, fein gehackt
- 1 TL Salz
- 1/2 TL schwarzer Pfeffer
- 2 EL Olivenöl zum Anbraten der Zwiebeln
Zubereitung
- Die getrockneten Saubohnen unter fließendem Wasser abspülen und in einem Sieb abtropfen lassen.
- In einem Topf 2 EL Olivenöl erhitzen und die gewürfelte Zwiebel mit der Karotte darin bei mittlerer Hitze 5 Minuten glasig dünsten.
- Die Saubohnen, den Zucker und das Wasser hinzugeben, sodass alles gut bedeckt ist. Aufkochen lassen und dann bei niedriger Hitze zugedeckt 40-45 Minuten köcheln lassen, bis die Bohnen sehr weich sind.
- Falls nötig, während des Kochens etwas Wasser nachgießen, damit nichts anbrennt. Am Ende sollte kaum noch Flüssigkeit übrig sein.
- Die weichen Bohnen mit Salz und Pfeffer würzen und mit einem Stabmixer oder Pürierstab zu einer glatten, cremigen Paste pürieren.
- Falls die Masse zu fest ist, etwas warmes Wasser einrühren, bis eine streichfähige, cremige Konsistenz entsteht.
- Die Fava-Paste auf einen flachen Teller streichen und glattstreichen, dann für mindestens 20 Minuten im Kühlschrank fest werden lassen.
- Vor dem Servieren mit den restlichen 2 EL Olivenöl beträufeln, mit Zitronensaft beträufeln und großzügig mit frischem Dill bestreuen.
Nährwerte (pro Portion)
- Kalorien: 230 kcal
- Eiweiß: 9 g
- Fett: 10 g
- Kohlenhydrate: 26 g
Tipps
- Für eine intensivere Note ein wenig geröstete Pinienkerne über die fertige Fava streuen.
- Statt Dill kann auch frische Petersilie oder eine Mischung aus beidem verwendet werden.
- Wer es würziger mag, gibt eine fein gehackte Knoblauchzehe mit zu den Zwiebeln.
- Fava lässt sich hervorragend 1-2 Tage im Voraus zubereiten – der Geschmack wird durch das Durchziehen sogar intensiver.
- Für eine vegane Variante einfach wie beschrieben zubereiten, das Rezept ist bereits von Natur aus vegan.
Häufige Fragen
Wie lange ist Fava im Kühlschrank haltbar?
Gut abgedeckt hält sich Fava im Kühlschrank etwa 3-4 Tage. Vor dem Servieren einfach nochmal mit etwas Olivenöl und frischem Dill auffrischen.
Kann ich Fava einfrieren?
Ja, die pürierte Paste ohne Öl und Dill lässt sich bis zu 2 Monate einfrieren. Vor dem Servieren auftauen, erwärmen und erst dann mit Olivenöl, Zitrone und Dill verfeinern.
Kann ich Fava gut vorbereiten?
Fava eignet sich hervorragend zum Vorbereiten, da sie kalt oder lauwarm serviert wird und ihr Geschmack durch Ruhezeit sogar besser wird. Ideal für Gäste oder Meze-Abende am Vortag.
Womit wird Fava traditionell serviert?
Fava wird klassisch mit warmem Fladenbrot, frischem Gemüse und weiteren Meze wie Cacık oder gefüllten Weinblättern gereicht, oft begleitet von einem Glas Rakı.
Was mache ich, wenn meine Fava zu flüssig oder zu fest geworden ist?
Ist die Paste zu flüssig, einfach etwas länger ohne Deckel köcheln lassen, um Flüssigkeit zu reduzieren. Ist sie zu fest, löffelweise warmes Wasser einrühren, bis die gewünschte cremige Konsistenz erreicht ist.





