Köpoğlu ist eine der bekanntesten kalten Vorspeisen der türkischen Küche: gebratene oder gegrillte Auberginenwürfel treffen auf cremigen Knoblauchjoghurt und eine würzige Tomaten-Paprika-Sauce mit Butter. Serviert wird das Gericht traditionell als Meze zum gemeinsamen Essen oder als leichte Vorspeise vor dem Hauptgang. Besonders beliebt ist Köpoğlu, weil es lauwarm oder kalt genauso gut schmeckt wie frisch zubereitet, und weil der Kontrast aus cremig, säuerlich und würzig-scharf jeden Gaumen überzeugt. Ein Klassiker, der auf keiner Meze-Platte fehlen darf.
Herkunft & Geschichte
Köpoğlu stammt ursprünglich aus Bursa im Nordwesten der Türkei und gilt dort als eine der Spezialitäten der osmanisch geprägten Stadtküche. Der Name setzt sich vermutlich aus einer alten Bezeichnung für eine bestimmte Zubereitungsart zusammen und wird bis heute in vielen Lokantas (traditionellen türkischen Restaurants) auf der Meze-Karte geführt. Auberginen gelten in der türkischen Küche seit dem Osmanischen Reich als eines der vielseitigsten Gemüse überhaupt – es kursiert das (nicht ganz ernst gemeinte) Sprichwort, ein osmanischer Sultan habe von seinem Koch verlangt, ihm jeden Tag im Jahr ein anderes Auberginengericht zu servieren.
In der Türkei wird Köpoğlu klassischerweise als kaltes oder lauwarmes Meze zu Beginn eines mehrgängigen Essens gereicht, oft zusammen mit Fladenbrot (pide oder ekmek) zum Auftunken der Soße. Besonders zu Rakı-Abenden, bei denen mehrere kleine Mezze-Teller gemeinsam auf den Tisch kommen, gehört Köpoğlu zu den festen Größen. Regional gibt es Unterschiede: In manchen Küstenregionen wird zusätzlich etwas Minze über das Gericht gestreut, in Zentralanatolien wird die Tomatensauce mitunter kräftiger mit Pul Biber (türkischen Chiliflocken) gewürzt. Der Joghurt wird traditionell mit frisch gepresstem Knoblauch und einer Prise Salz aufgeschlagen, damit er nicht zu flüssig wird und die gebratenen Auberginen gut trägt.
Zutaten (4 Portionen)
- 3 mittelgroße Auberginen (ca. 800 g)
- 400 g griechischer Joghurt (10% Fett)
- 3 Knoblauchzehen, fein gepresst
- 1 Prise Salz für den Joghurt
- 2 EL Butter
- 1 grüne Spitzpaprika, in Würfel geschnitten
- 2 Tomaten, gehäutet und gewürfelt (oder 200 g stückige Tomaten)
- 1 TL Tomatenmark
- 1 TL Pul Biber (türkische Chiliflocken)
- 1 TL Paprikapulver, edelsüß
- Pflanzenöl zum Frittieren/Braten (ca. 300 ml)
- Salz und Pfeffer nach Geschmack
- 1 EL frische Petersilie, gehackt
- 1 TL frische Minze, gehackt (optional)
Zubereitung
- Auberginen schälen (gestreift, also abwechselnd Streifen der Schale stehen lassen) und in 2 cm große Würfel schneiden. In eine Schüssel geben, salzen und 20 Minuten ziehen lassen, damit sie Bitterstoffe verlieren.
- Auberginenwürfel mit Küchenpapier trocken tupfen, damit sie beim Braten nicht spritzen.
- Öl in einer tiefen Pfanne auf mittlere bis hohe Hitze erhitzen und die Auberginenwürfel portionsweise 5-6 Minuten goldbraun frittieren. Auf Küchenpapier abtropfen lassen.
- Für den Knoblauchjoghurt Joghurt, gepressten Knoblauch und eine Prise Salz glatt verrühren. Kalt stellen, bis er gebraucht wird.
- Für die Tomatensauce Butter in einer Pfanne schmelzen, die Paprikawürfel bei mittlerer Hitze 3-4 Minuten anschwitzen.
- Tomatenwürfel, Tomatenmark, Pul Biber und Paprikapulver dazugeben, mit Salz und Pfeffer würzen und 8-10 Minuten köcheln lassen, bis eine sämige Sauce entsteht.
- Knoblauchjoghurt auf einem flachen Teller ausstreichen, die gebratenen Auberginenwürfel darauf verteilen.
- Die warme Tomatensauce über die Auberginen geben, mit Petersilie und optional Minze bestreuen und sofort servieren.
Nährwerte (pro Portion)
- Kalorien: 310 kcal
- Eiweiß: 8 g
- Fett: 24 g
- Kohlenhydrate: 14 g
Tipps
- Für eine leichtere Variante die Auberginenwürfel statt zu frittieren im Backofen bei 200°C mit etwas Öl bepinselt ca. 25 Minuten rösten.
- Griechischer Joghurt lässt sich gegen türkischen Süzme-Joghurt austauschen – er ist noch cremiger und säuerlicher.
- Wer es schärfer mag, verdoppelt die Menge Pul Biber oder gibt zusätzlich etwas Aleppo-Pfeffer in die Sauce.
- Statt Spitzpaprika passt auch rote Paprika, die dem Gericht eine mildere, süßere Note gibt.
- Für eine vegane Version griechischen Joghurt durch ungesüßten Soja- oder Kokosjoghurt ersetzen und die Butter durch Olivenöl.
Häufige Fragen
Wie lange ist Köpoğlu haltbar?
Im Kühlschrank hält sich Köpoğlu abgedeckt etwa 1-2 Tage. Am besten schmeckt es aber frisch zubereitet, da die Auberginen sonst an Biss verlieren.
Kann ich Köpoğlu vorbereiten?
Ja, Joghurtsauce und Tomatensauce lassen sich problemlos einen Tag im Voraus zubereiten und im Kühlschrank aufbewahren. Die Auberginen sollten idealerweise erst kurz vor dem Servieren gebraten werden.
Kann man Köpoğlu einfrieren?
Vom Einfrieren wird abgeraten, da sowohl der Joghurt als auch die gebratenen Auberginen beim Auftauen ihre Konsistenz verlieren und das Gericht wässrig wird.
Welche Beilagen passen zu Köpoğlu?
Klassisch wird frisches Fladenbrot oder Pide dazu gereicht. Als Teil einer Meze-Platte passt es außerdem gut zu gegrilltem Fleisch, Köfte oder weiteren Vorspeisen wie Humus und Sigara Böreği.
Kann ich die Auberginen ohne Frittieren zubereiten?
Ja, für eine kalorienärmere Variante lassen sich die Auberginenwürfel auch in wenig Öl in der Pfanne anbraten oder im Ofen rösten – der Geschmack bleibt aromatisch, wird aber etwas leichter.





