Türkische Vorspeisen

Piyaz Rezept – Türkischer Bohnensalat mit Zwiebeln

⏱️ 5 Min. 🍽️ Türkische Küche 👨‍🍳 Von Murat Gemici

Piyaz ist ein klassischer türkischer Bohnensalat aus weißen Bohnen, roten Zwiebeln, Petersilie und einem säuerlichen Zitronen-Öl-Dressing. Er zählt zu den beliebtesten Meze und wird in der Türkei zu fast jeder Gelegenheit serviert – vom schnellen Mittagessen bis zum großen Familientisch. Besonders macht ihn seine erfrischende Säure und die Kombination aus cremigen Bohnen und knackigen Zwiebeln. Piyaz ist obendrein günstig, sättigend, komplett vegan und in unter 20 Minuten zubereitet.

Herkunft & Geschichte

Piyaz gehört zu den ältesten und volkstümlichsten Gerichten der türkischen Küche und hat seine Wurzeln in der einfachen anatolischen Hausmannskost. Der Name „Piyaz“ stammt aus dem Persischen (پیاز = Zwiebel) und verweist darauf, dass die Zwiebel ursprünglich die Hauptrolle spielte. Über Jahrhunderte entwickelte sich das Gericht zu einem festen Bestandteil der Meze-Kultur, jener Vielfalt kleiner Vorspeisen, die man in der Türkei gesellig teilt. Weiße Bohnen (kuru fasulye) galten als nahrhaftes und erschwingliches Grundnahrungsmittel, weshalb Piyaz gerade in ärmeren Regionen als wertvolle Eiweißquelle geschätzt wurde.

Regional gibt es deutliche Unterschiede: In den meisten Teilen der Türkei ist Piyaz ein Salat aus weißen Bohnen mit Zwiebeln, Petersilie und Zitrone. In Antalya jedoch wird der berühmte „Antalya Piyazı“ mit einem Dressing aus Tahin (Sesampaste), Essig und Knoblauch verfeinert und mit gekochtem Ei und Sumach serviert – eine cremigere, würzigere Variante. Traditionell begleitet Piyaz das türkische Nationalgericht Köfte, weshalb „köfte-piyaz“ als klassisches Duo gilt. Im Sommer wird er kühl als leichte Mahlzeit gegessen, im Winter oft als sättigende Beilage zu warmen Gerichten.

Zutaten (4 Portionen)

  • 400 g weiße Bohnen (1 Dose, abgetropft) oder 150 g getrocknete weiße Bohnen
  • 1 große rote Zwiebel
  • 1 Bund glatte Petersilie
  • 2 Tomaten
  • 3 EL Olivenöl
  • 2 EL Zitronensaft (frisch gepresst)
  • 1 EL Weißweinessig
  • 1 TL Sumach
  • 1 TL Salz
  • 1/2 TL schwarzer Pfeffer
  • 2 hartgekochte Eier (optional, zum Garnieren)

Zubereitung

  1. Falls du getrocknete Bohnen verwendest, weiche sie über Nacht in reichlich Wasser ein und koche sie anschließend 45–60 Minuten weich. Bei Dosenbohnen die Bohnen in ein Sieb geben, gründlich abspülen und gut abtropfen lassen.
  2. Die rote Zwiebel halbieren und in feine Halbringe schneiden. Um die Schärfe zu mildern, die Zwiebelringe mit 1/2 TL Salz und 1 TL Sumach vermengen und mit den Händen leicht durchkneten. 5 Minuten ziehen lassen.
  3. Die Petersilie waschen, trockenschütteln und die Blätter grob hacken.
  4. Die Tomaten waschen, den Strunk entfernen und in kleine Würfel schneiden.
  5. Für das Dressing Olivenöl, Zitronensaft, Weißweinessig, restliches Salz und schwarzen Pfeffer in einer kleinen Schüssel kräftig verrühren.
  6. Die abgetropften Bohnen in eine große Schüssel geben und die vorbereiteten Zwiebeln, die Petersilie und die Tomatenwürfel dazugeben.
  7. Das Dressing über den Salat gießen und alles vorsichtig vermengen, damit die Bohnen nicht zerdrückt werden.
  8. Den Piyaz abgedeckt mindestens 15 Minuten im Kühlschrank durchziehen lassen, damit sich die Aromen verbinden.
  9. Vor dem Servieren mit den geviertelten hartgekochten Eiern garnieren und nach Geschmack mit etwas Sumach bestreuen.

Nährwerte (pro Portion)

  • Kalorien: 260 kcal
  • Eiweiß: 11 g
  • Fett: 12 g
  • Kohlenhydrate: 26 g

Tipps

  • Lass die geschnittenen Zwiebeln kurz in kaltem Wasser ziehen oder knete sie mit Salz und Sumach – so werden sie milder und bekömmlicher.
  • Antalya-Variante: Verrühre 2 EL Tahin mit 1 EL Essig, 1 zerdrückten Knoblauchzehe und etwas warmem Wasser zu einem cremigen Dressing – das macht den Piyaz würziger und sättigender.
  • Für eine proteinreiche Hauptmahlzeit servierst du Piyaz mit gebratenen Köfte oder gegrilltem Hähnchen.
  • Winter-Variante: Statt Tomaten passen im Winter fein geschnittene Frühlingszwiebeln und ein Extra-Schuss Zitrone für Frische.
  • Verwende unbedingt frisch gepressten Zitronensaft statt Fertigsaft – die Säure ist entscheidend für den authentischen Geschmack.

Häufige Fragen

Wie lange hält sich Piyaz im Kühlschrank?

In einem luftdichten Behälter hält sich Piyaz 2–3 Tage im Kühlschrank. Er schmeckt am zweiten Tag oft sogar intensiver, da die Aromen durchgezogen sind. Frische Tomaten gibst du am besten erst kurz vor dem Servieren dazu.

Kann ich Piyaz vorbereiten?

Ja, ideal. Bohnen, Zwiebeln und Dressing kannst du problemlos einige Stunden vorher zubereiten. Petersilie und Tomaten rührst du am besten erst kurz vor dem Servieren unter, damit sie frisch und knackig bleiben.

Kann man Piyaz einfrieren?

Einfrieren ist nicht zu empfehlen. Die frischen Zutaten wie Zwiebeln, Tomaten und Petersilie werden beim Auftauen matschig. Piyaz ist ein Frische-Salat und schmeckt gekühlt am besten innerhalb weniger Tage.

Welche Bohnen eignen sich am besten?

Klassisch werden große weiße Bohnen (kuru fasulye) verwendet, etwa Cannellini- oder Butterbohnen. Dosenbohnen sind eine schnelle, gute Alternative – einfach gut abspülen. Getrocknete Bohnen haben mehr Biss, brauchen aber Einweich- und Kochzeit.

Was passt als Beilage zu Piyaz?

Traditionell wird Piyaz zu türkischen Köfte serviert – das Duo „köfte-piyaz“ ist ein Klassiker. Er passt aber auch zu gegrilltem Fleisch, Fisch oder als Teil einer Meze-Platte mit Fladenbrot, Hummus und Oliven.

Murat Gemici
Über den Autor
Murat Gemici

Murat Gemici ist Webdesigner und Digital-Unternehmer aus dem Rhein-Neckar-Raum mit deutsch-türkischen Wurzeln. Auf yemektarifi teilt er die Rezepte, mit denen er aufgewachsen ist — ehrliche türkische Küche, einfach erklärt und für die deutsche Küche angepasst. Wenn er nicht am Herd steht, baut er digitale Projekte rund um gemici.de.

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