Revani ist einer der beliebtesten Klassiker der türkischen Dessertküche: ein lockerer Grießkuchen, der nach dem Backen mit einem duftenden Zuckersirup getränkt wird. Das macht ihn außen leicht knusprig und innen unwiderstehlich saftig. Serviert wird er traditionell in kleinen Rautenstücken zum Çay – perfekt für Feste, Familienbesuche oder einfach als süßer Nachmittagsgenuss. Was Revani so besonders macht, ist die Kombination aus Grieß, Joghurt und Sirup, die für eine einzigartige Textur sorgt.
Herkunft & Geschichte
Der Name „Revani“ geht vermutlich auf den osmanischen Dichter Revânî aus dem 16. Jahrhundert zurück, der am Hof von Sultan Bayezid II. und Selim I. wirkte – der süße Kuchen soll ihm zu Ehren benannt worden sein. Grießbasierte, in Sirup getränkte Kuchen sind über den gesamten Mittelmeerraum und den Balkan verbreitet, was die weite Reichweite der osmanischen Küche widerspiegelt. In Griechenland ist ein fast identisches Dessert als „Ravani“ bekannt, in arabischen Ländern als „Basbousa“. Revani gilt in der Türkei als Inbegriff des klassischen Şerbet-Desserts, also einer Süßspeise, die ihre Saftigkeit aus Zuckersirup zieht.
In der Türkei ist Revani ein fester Bestandteil von Feiertagen wie dem Zuckerfest (Şeker Bayramı), von Hochzeiten und geselligen Teerunden. Traditionell wird er in einem flachen Blech gebacken und in typische Rautenstücke geschnitten, oft mit einer halben Walnuss oder etwas Kokosraspel garniert. Regional gibt es zahlreiche Varianten: An der Ägäis wird gerne Zitrusaroma zugegeben, während man in manchen Gegenden Kokosnuss unter den Teig mischt (dann „Hindistan cevizli revani“). Fast jede türkische Familie hat ihr eigenes, über Generationen weitergegebenes Rezept, das zu besonderen Anlässen auf den Tisch kommt.
Zutaten (12 Portionen)
- 3 Stk Eier
- 200 g Zucker
- 1 Becher (200 g) Naturjoghurt
- 125 ml neutrales Öl (z.B. Sonnenblumenöl)
- 200 g Hartweizengrieß
- 150 g Weizenmehl
- 1 Päckchen (16 g) Backpulver
- 1 Päckchen (8 g) Vanillezucker
- 1 Prise Salz
- 500 g Zucker (für den Sirup)
- 600 ml Wasser (für den Sirup)
- 1 EL Zitronensaft
- 2 EL Kokosraspel (zum Garnieren)
Zubereitung
- Den Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen und eine flache Backform (ca. 25 x 30 cm) einfetten.
- Für den Sirup 500 g Zucker mit 600 ml Wasser in einem Topf aufkochen und bei mittlerer Hitze etwa 12 Minuten köcheln lassen. Zum Schluss den Zitronensaft zugeben und den Sirup vollständig abkühlen lassen – er muss kalt sein.
- Für den Teig die Eier mit 200 g Zucker und dem Vanillezucker etwa 4 Minuten hell und schaumig aufschlagen.
- Joghurt und Öl unterrühren, bis eine glatte Masse entsteht.
- Grieß, Mehl, Backpulver und Salz mischen und portionsweise unter die feuchte Masse rühren, bis ein glatter Teig entsteht.
- Den Teig gleichmäßig in die Form streichen und im vorgeheizten Ofen 30–35 Minuten goldgelb backen, bis die Oberfläche fest ist und eine Stäbchenprobe sauber bleibt.
- Den heißen Kuchen sofort mit einem Messer in Rautenstücke schneiden, damit der Sirup gut einziehen kann.
- Den kalten Sirup langsam und gleichmäßig über den noch heißen Kuchen gießen. Wichtig: heißer Kuchen, kalter Sirup – so wird Revani saftig, aber nicht matschig.
- Den Kuchen mindestens 1 Stunde ruhen lassen, damit der Sirup vollständig einzieht.
- Mit Kokosraspel bestreuen und in den vorgeschnittenen Rautenstücken servieren.
Nährwerte (pro Portion)
- Kalorien: 340 kcal
- Eiweiß: 5 g
- Fett: 12 g
- Kohlenhydrate: 54 g
Tipps
- Faustregel für die perfekte Saftigkeit: Der Kuchen muss heiß, der Sirup kalt sein – niemals umgekehrt, sonst wird Revani labbrig.
- Für ein feineres Aroma etwas Zitronen- oder Orangenschale in den Sirup reiben.
- Variante Kokos-Revani: 50 g Kokosraspel direkt unter den Teig mischen für einen tropischen Twist.
- Variante Blutorange oder Granatapfel: Statt Kokos den fertigen Kuchen mit Pistazien und einem Klecks Kaymak (türkische Sahne) servieren.
- Wer es weniger süß mag, reduziert den Sirup-Zucker auf 400 g oder gießt nur zwei Drittel des Sirups über den Kuchen.
Häufige Fragen
Wie bewahre ich Revani am besten auf?
Revani hält sich abgedeckt bei Raumtemperatur 2–3 Tage und im Kühlschrank bis zu 5 Tage. Durch den Sirup bleibt er lange saftig.
Kann ich Revani einfrieren?
Ja. Am besten den Kuchen ohne Sirup einfrieren und nach dem Auftauen frisch tränken. Fertig getränkter Revani lässt sich portionsweise einfrieren, wird aber etwas weicher.
Kann ich Revani vorbereiten?
Absolut – Revani schmeckt am nächsten Tag oft sogar besser, weil der Sirup vollständig eingezogen ist. Ideal zum Vorbereiten für Feste.
Warum ist mein Revani trocken geworden?
Meist wurde zu wenig Sirup verwendet oder der Sirup war zu heiß und ist abgeperlt. Achte auf das Prinzip heißer Kuchen, kalter Sirup und gieße den Sirup langsam auf.
Was passt als Beilage zu Revani?
Klassisch zu türkischem Çay (Schwarztee). Dazu passen Kaymak, ein Klecks Sahne, Vanilleeis oder frische Beeren hervorragend.





