Türkisches Gebäck

Bazlama Rezept – Türkisches Pfannenbrot weich und fluffig

⏱️ 5 Min. 🍽️ Türkische Küche 👨‍🍳 Von Murat Gemici

Bazlama ist das wohl bekannteste Pfannenbrot der türkischen Küche – ein weiches, luftiges Fladenbrot, das ganz ohne Backofen direkt in der Pfanne gebacken wird. Es begleitet in der Türkei das Frühstück ebenso wie herzhafte Hauptgerichte und schmeckt frisch am allerbesten. Was Bazlama so besonders macht, ist seine wattig-weiche Krume und die leicht blasige, goldbraune Oberfläche. Mit nur wenigen Grundzutaten und etwas Ruhezeit gelingt dir dieses Brot garantiert.

Herkunft & Geschichte

Bazlama gehört zu den ältesten Brotformen Anatoliens und reicht in seiner Zubereitungsart bis in eine Zeit zurück, in der viele Haushalte keinen gemauerten Backofen besaßen. Gebacken wurde traditionell auf dem ‚Sac‘, einer gewölbten Eisenplatte über offenem Feuer, wie sie in ländlichen Regionen der Türkei bis heute verwendet wird. Diese Backweise machte Bazlama zum Brot der einfachen Leute und der Dörfer – schnell zubereitet, ohne aufwendige Infrastruktur und mit Zutaten, die jeder zur Hand hatte. In vielen anatolischen Familien ist das gemeinsame Backen von Bazlama noch immer ein Stück gelebter Alltagskultur.

In der Türkei wird Bazlama vor allem zum Frühstück (kahvaltı) gereicht, warm bestrichen mit Butter, Honig, Käse oder der beliebten Kaymak-Sahne. Auf Märkten und in den Köyler (Dörfern) sieht man Frauen die dünnen Teigfladen frisch auf dem Sac wenden und noch dampfend verkaufen. Regionale Varianten unterscheiden sich in Dicke und Zutaten: In manchen Gegenden wird der Teig mit Joghurt angesetzt, was das Brot besonders weich und länger frisch hält, während andere Regionen eine schlichtere Wasser-Hefe-Version bevorzugen. Häufig dient Bazlama auch als Wickelbrot für Dürüm oder als Beilage zu Suppen und Schmorgerichten.

Zutaten (6 Portionen)

  • 500 g Weizenmehl (Type 550)
  • 1 Päckchen Trockenhefe (7 g)
  • 250 ml lauwarmes Wasser
  • 100 g Naturjoghurt
  • 1 TL Zucker
  • 1,5 TL Salz
  • 2 EL Olivenöl
  • etwas Mehl zum Ausrollen

Zubereitung

  1. Trockenhefe und Zucker in das lauwarme Wasser einrühren und etwa 5 Minuten stehen lassen, bis sich Bläschen bilden.
  2. Mehl und Salz in einer großen Schüssel mischen. Hefewasser, Joghurt und Olivenöl dazugeben und alles zu einem geschmeidigen Teig verkneten (ca. 8 Minuten).
  3. Den Teig abgedeckt an einem warmen Ort etwa 60 Minuten gehen lassen, bis er sich sichtbar verdoppelt hat.
  4. Den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche kurz durchkneten und in 6 gleich große Portionen teilen. Jede Portion zu einer Kugel formen.
  5. Die Kugeln zugedeckt weitere 15 Minuten ruhen lassen, dann jede zu einem etwa 1 cm dicken, runden Fladen ausrollen.
  6. Eine beschichtete Pfanne ohne Öl bei mittlerer Hitze gut vorheizen. Jeweils einen Fladen hineinlegen und ca. 3 Minuten backen, bis sich unten goldbraune Flecken bilden und die Oberfläche Blasen wirft.
  7. Den Fladen wenden und weitere 2-3 Minuten backen, bis auch die zweite Seite goldbraun ist und das Brot aufgeht.
  8. Die fertigen Bazlama sofort in ein sauberes Küchentuch schlagen, damit sie weich und warm bleiben. So mit allen Teiglingen verfahren.

Nährwerte (pro Portion)

  • Kalorien: 230 kcal
  • Eiweiß: 7 g
  • Fett: 4 g
  • Kohlenhydrate: 42 g

Tipps

  • Das Küchentuch ist entscheidend: Wickle die Brote sofort nach dem Backen ein, so bleibt der Dampf drin und die Krume wird wattig weich.
  • Für extra fluffiges Bazlama den Joghurt gegen die gleiche Menge Milch tauschen oder etwas mehr Joghurt verwenden – das macht die Krume besonders zart.
  • Variante Vollkorn: Ersetze bis zu 150 g des Weißmehls durch Vollkornmehl und gib einen Schuss mehr Wasser dazu, da Vollkornmehl mehr Flüssigkeit aufnimmt.
  • Variante herzhaft: Streue vor dem Wenden Schwarzkümmel oder Sesam auf die feuchte Oberseite – so bekommt das Brot eine aromatische Kruste.
  • Achte auf mittlere Hitze: Ist die Pfanne zu heiß, verbrennt die Oberfläche, bevor das Innere durchgebacken ist.

Häufige Fragen

Wie bewahre ich Bazlama am besten auf?

In einem luftdichten Behälter oder Gefrierbeutel bei Raumtemperatur bleibt Bazlama 2-3 Tage weich. Kurz in der Pfanne oder im Toaster aufwärmen, dann schmeckt es fast wie frisch.

Kann ich Bazlama einfrieren?

Ja, das gelingt sehr gut. Lass die Brote vollständig auskühlen, lege Backpapier zwischen die einzelnen Fladen und friere sie ein. Zum Auftauen einfach bei mittlerer Hitze in der Pfanne erwärmen.

Kann ich den Teig vorbereiten?

Du kannst den Teig zubereiten und über Nacht im Kühlschrank gehen lassen. Vor dem Backen etwa 30 Minuten bei Raumtemperatur akklimatisieren lassen, dann portionieren und ausrollen.

Wozu passt Bazlama am besten?

Klassisch zum türkischen Frühstück mit Butter, Honig, Käse und Oliven. Es eignet sich aber auch hervorragend als Beilage zu Suppen, Schmorgerichten oder als Wrap für Dürüm.

Warum wird mein Bazlama hart statt weich?

Meist liegt es an zu langer Backzeit oder zu hoher Hitze. Wichtig ist außerdem, die Brote sofort nach dem Backen in ein Küchentuch einzuschlagen – der eingeschlossene Dampf hält sie weich.

Murat Gemici
Über den Autor
Murat Gemici

Murat Gemici ist Webdesigner und Digital-Unternehmer aus dem Rhein-Neckar-Raum mit deutsch-türkischen Wurzeln. Auf yemektarifi teilt er die Rezepte, mit denen er aufgewachsen ist — ehrliche türkische Küche, einfach erklärt und für die deutsche Küche angepasst. Wenn er nicht am Herd steht, baut er digitale Projekte rund um gemici.de.

📬 Neue Rezepte direkt ins Postfach

Türkische Rezepte, Tipps & saisonale Ideen — kein Spam, jederzeit abmeldbar.